Troja

Kein Troja ohne Homer und ohne Heinrich Schliemann: Beide haben das Schicksal dieses Fleckchens Erde über dem Mäandertal (Menderes Deltası) bestimmt. Der Grieche Homer dichtete vor fast 3000 Jahren sein Epos „Ilias“, das von der Entführung der schönen Helena, der Gemahlin des spartanischen Königs Menelaos, durch den trojanischen Prinzen Paris und von der anschließenden Zerstörung Trojas durch den griechischen König Agamemnon erzählt. Anatolische Völker wie die Karer, Lykier und Amazonen sollen an der Seite der Trojaner gegen die Griechen gekämpft haben. Aber hat Homer wirklich gelebt, haben diese Kriege tatsächlich stattgefunden, gab es das Holzpferd zur Täuschung der Trojaner wirklich? Die Wissenschaft konnte es bis heute nicht beweisen. Fest steht, dass auf dem Hisarlık-Hügel, der die strategische Kontrolle über die Ein- bzw. Ausfahrt der Dardanellen erlaubt, mehrere Siedlungen existiert haben, die bei den unprofessionellen Grabungsarbeiten des Kaufmanns Schliemann in den 1870er-Jahren teils unwiederbringlich zerstört worden sind. Der Tübinger Archäologe Manfred Korfmann grub bis zu seinem Tod 2005 hier. Seine Funde wurden auf die Museen des Landes verteilt.

Der Rundgang durch das umzäunte, weiträumige Areal auf dem Hisarlik-Hügel 20 km südwestlich von Çanakkale folgt nicht den einzelnen der mittlerweile neun identifizierten Siedlungsebenen, die Troja über fünf Jahrtausende vorzuweisen hat, sondern beschränkt sich weitgehend auf Troja VI (1900-1300 v. Chr.). Der Weg ist ausgeschildert und führt über die Reste der Stadtmauern den Hügel hinauf. Von der ersten Siedlungsschicht ist nur eine Brandschicht erhalten. Neben der Rampe von Troja II (2500-2150 v. Chr.) übrigens will Schliemann seinen Schatz entdeckt haben, dessen Teile sich heute im Moskauer Puschkin-Museum befinden.